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Anton Raphael Mengs

Anton Raphael Mengs war ein prägender Maler des 18. Jahrhunderts und zählt zu den wichtigen Wegbereitern des Klassizismus. Geboren am 12. März 1728 in Aussig, Böhmen (heute Ústí nad Labem, Tschechische Republik), war er Sohn des dänischen Malers Ismael Mengs, der am sächsischen Hof in Dresden arbeitete. Als Schlüsselfigur in der Entwicklung der neoklassizistischen Malerei beeinflusste Mengs die Kunst seiner Zeit tiefgehend durch seine Werke und Schriften.

Wichtige Werke und Ausstellungen

  • Selbstbildnis (Self-Portrait, 1774) – Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
  • Christi Himmelfahrt (Ascension of Christ, ca. 1770) – Royal Palace, Madrid
  • Maria Luisa von Parma (Prinzessin von Asturien) (Maria Luisa of Parma, Princess of Asturias, 1765) – Museo del Prado, Madrid
  • Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben (The Holy Family with the Infant Saint John, 1765) – Museo di Capodimonte, Neapel
  • Johann Joachim Winckelmann (Portrait of Johann Joachim Winckelmann, 1762) – Metropolitan Museum of Art, New York
  • Karl III. von Spanien (Charles III of Spain, 1761) – Museo del Prado, Madrid
  • Der Parnass (Studie) (Parnassus, Study, 1760) – Villa Albani, Rom (Ölskizze)
  • Papst Clemens XIII. (Portrait of Pope Clement XIII, 1759) – Pinacoteca Nazionale, Bologna

Künstlerische Entwicklung

Frühe Karriere und Ausbildung

Mengs begann seine Ausbildung als Maler unter strenger Anleitung seines Vaters. Im Jahr 1741, im Alter von 13 Jahren, reiste er erstmals nach Rom, wo er antike Werke und Meister der Renaissance studierte. Diese Studien prägten Mengs’ späteren Stil maßgeblich. Während seines zweiten Aufenthalts in Rom im Jahr 1746 konvertierte Mengs zum Katholizismus und heiratete Margherita Guazzi. 1749 kehrte er nach Dresden zurück und begann seine Tätigkeit als Hofmaler für August III. von Polen. 1751 erhielt er die Ernennung zum Oberhofmaler – ein bedeutender Schritt in seiner Karriere.

Wichtige Stationen und Werke

Anton Raphael Mengs hinterließ bedeutende Werke und Fresken in verschiedenen europäischen Städten. In Rom schuf er Der Parnass, ein Fresko in der Villa Albani, das als ein Gründungswerk des deutschen Klassizismus gilt und seinen Ruf festigte. Ab 1761 arbeitete Mengs am spanischen Hof und gestaltete mit Giovanni Battista Tiepolo den königlichen Palast in Madrid. Seine Werke vereinen klare Struktur und harmonische Kompositionen und integrieren antike und zeitgenössische Einflüsse.

Freundschaft und Konflikt mit Winckelmann

Mengs war eng mit dem Kunsttheoretiker Johann Joachim Winckelmann befreundet. Ihre Zusammenarbeit förderte die gegenseitige Entwicklung ihrer Theorien und Werke. 1766 kam es jedoch zum Bruch zwischen den beiden: Mengs’ Gemälde Jupiter küsst Ganymed wurde von Winckelmann fälschlicherweise als antikes Original angesehen, und als Winckelmann den modernen Ursprung entdeckte, entstand eine Distanz zwischen ihnen. Diese Episode zeigt, wie geschickt Mengs mit den Erwartungen seines Publikums spielte.

Stilmerkmale

  • Klassizistische Elemente: Seine Werke zeigen eine klare Rückbesinnung auf die Antike, sowohl in der Wahl der Motive als auch in der formalen Gestaltung.
  • Farbharmonie: Mengs nutzte Farben, um Tiefe und Plastizität zu erzeugen, und orientierte sich dabei an den großen Meistern wie Raphael und Titian.
  • Detailgenauigkeit: Seine Gemälde zeichnen sich durch eine hohe Präzision und Sorgfalt in der Ausarbeitung von Details aus.

Techniken und Materialien

Mengs arbeitete überwiegend mit Öl auf Leinwand und Freskotechnik. Besonders seine Fresken sind bemerkenswert für die Anwendung der klassischen Techniken und die harmonische Integration in die architektonischen Gegebenheiten der Räume, in denen sie sich befinden. 

Mengs Einfluss und Vermächtnis

Mengs beeinflusste die Entwicklung des Klassizismus in Europa nachhaltig. Zu seinen Schülern zählten unter anderem Francisco Bayeu und Agustín Esteve, die seine Ideen in der spanischen Kunstszene weiterführten. Während seiner Zeit in Madrid lernte Mengs 1774 zudem den jungen Francisco de Goya kennen. Diese Begegnung prägte Goya nachhaltig, und Mengs’ klassizistische Techniken und Ideale flossen in Goyas frühes Schaffen ein. Neben seinen Werken und kunsttheoretischen Schriften hinterließ Mengs eine bedeutende Gipsabgusssammlung mit über 830 Abgüssen, die nach seinem Tod für Dresden erworben wurde und zur kunsthistorischen Ausbildung beitrug.

Anton Raphael Mengs: Die wichtigsten Fakten

Anton Raphael Mengs war ein zentraler Künstler des 18. Jahrhunderts, der den Übergang von Rokoko zu Klassizismus prägte. Seine Werke, die in bedeutenden Museen weltweit ausgestellt sind, zeichnen sich durch eine klassische Schönheit und Harmonie aus. Mengs‘ Einfluss auf die Kunst seiner Zeit ist unbestreitbar und sein Vermächtnis lebt in den Werken seiner Schüler und der nachfolgenden Künstlergenerationen weiter. Anton Raphael Mengs verstarb am 29. Juni 1779 in Rom.

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