Dante Gabriel Rossetti
London, 1828. Ein italienischer Exilant, ein Haus voller Bücher, Dante Alighieris Verse als selbstverständlicher Hintergrund. Gabriele Rossetti, der Vater, und Frances Polidori formten ein Umfeld, in dem Dichtung und Zeichenunterricht keine getrennten Welten waren. Aus diesem Milieu ging Dante Gabriel Rossetti hervor, Maler und Dichter zugleich, später treibende Kraft der Pre-Raphaelite Brotherhood. Er bewegte sich zwischen Perspektiven, die andere für unvereinbar hielten, zwischen Farbe und Wort, zwischen mittelalterlicher Sehnsucht und viktorianischer Gegenwart. Ein Exzentriker, der akademische Konventionen hinter sich ließ und aus inneren Bildern schöpfte, nicht aus dem, was vor ihm lag.
Wichtige Werke und Ausstellungen
Rossettis Werk umfasste Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen, daneben Gedichte, die er oft als Entsprechung zu seinen Bildern verstand. Religiöse Szenen standen am Anfang, dann folgten mittelalterliche Motive, Ritter und Damen aus der Artussage. Später dominierten Frauenbildnisse, sinnlich aufgeladen und von symbolischen Attributen umgeben. Die Grenzen zwischen den Gattungen blieben durchlässig, Malerei und Dichtung gegriffen ineinander.
- Die Jugendzeit der Jungfrau Maria (1849) – Tate Gallery, London
- Ecce Ancilla Domini / Die Verkündigung (1850) – Tate Gallery, London
- Die Vermählung des hl. Georg mit der Prinzessin Sabra (1857) – Tate Gallery, London
- Bocca Baciata (1859) – Museum of Fine Arts, Boston
- Beata Beatrix (ca. 1863–1870) – Tate Gallery, London
- Monna Vanna (1866) – Tate Gallery, London
- Lady Lilith (1868) – Delaware Art Museum, Wilmington
- Proserpine (1874) – Tate Gallery, London
Dante Gabriel Rossettis künstlerische Entwicklung
Rossettis Weg als Künstler lässt sich nicht als geradlinige Karriere beschreiben. Er schwankte zwischen Malerei und Dichtung, brach Ausbildungen ab, mied öffentliche Ausstellungen und arbeitete oft in Schüben intensiver Produktivität, gefolgt von Phasen der Erschöpfung. Trotzdem – oder gerade deshalb – entstand ein Werk, das die viktorianische Kunst grundlegend veränderte.
Persönliche Beziehungen, literarische Leidenschaften und ein unstetes Leben als Exzentriker durchdrangen seine Arbeit so vollständig, dass Biografie und Kunst bei ihm kaum zu trennen sind.
Lehrjahre und der Weg zur Kunst der Präraffaeliten
Rossettis formale Ausbildung blieb fragmentarisch. Nach ersten Stationen an der Cary’s Academy und der Antique School der Royal Academy brach er den Unterricht ab. Dies lag weniger an mangelndem Talent als an seiner Ungeduld mit starren Lehrmethoden. Das endlose Kopieren von Gipsabgüssen, das damals zum Standardprogramm gehörte, langweilte ihn. Stattdessen prägten Selbststudium, intensive Lektüre und die Begeisterung für mittelalterliche Kunst seine frühen Jahre.
Ford Madox Brown und die Suche nach einem Lehrer
Einen entscheidenden Impuls gab die Begegnung mit Ford Madox Brown, den Rossetti 1848 um Unterricht bat. Brown, selbst ein unabhängiger Geist mit Verbindungen zur Nazarener-Bewegung (einer Gruppe deutscher Maler, die sich an der italienischen Frührenaissance orientierten), vermittelte ihm eine Haltung, die das direkte Naturstudium über akademische Regeln stellte. Der Unterricht dauerte nur wenige Monate, aber Browns Einfluss auf Rossettis Denken war bleibend. Hier lernte er, dass Kunst nicht aus dem Befolgen von Vorschriften entsteht, sondern aus der ehrlichen Auseinandersetzung mit dem Motiv.
Die Vorbilder vor Raffael
Der Name „Präraffaeliten“ war Programm. Die Bruderschaft orientierte sich bewusst an Künstlern, die vor Raffael gearbeitet hatten, also an Malern der italienischen Frührenaissance wie Sandro Botticelli, Fra Angelico oder Lorenzo di Credi. Was diese Künstler in den Augen Rossettis und seiner Freunde auszeichnete, war eine bestimmte Aufrichtigkeit. Ihre Figuren wirkten nicht wie perfekt inszenierte Theaterposen, sondern wie echte Menschen in echten Räumen. Die leuchtenden Farben, die klaren Konturen und die fast naive Unmittelbarkeit dieser Werke wurden zum Gegenentwurf gegen die schwülstige Salonmalerei der viktorianischen Akademie.
Die Gründung der Präraffaelitischen Bruderschaft und ihre Ziele
Der eigentliche Wendepunkt kam 1848. Gemeinsam mit William Holman Hunt und John Everett Millais gründete Rossetti die Präraffaelitische Bruderschaft, auch bekannt als Pre-Raphaelite Brotherhood. Weitere Mitglieder waren William Michael Rossetti (sein Bruder), James Collinson, Frederic George Stephens und Thomas Woolner. Das Kürzel PRB, das die Mitglieder fast konspirativ auf ihren Gemälden platzierten, stand für eine klare Absage an die Royal Academy und deren Fixierung auf Raffael als unangefochtenes Vorbild.
Frühe Erfolge und heftige Kritik
Als das Kürzel PRB entschlüsselt wurde, reagierten Kritiker mit Empörung. Charles Dickens etwa verspottete Millais‘ Christus-Darstellung als hässlich und geschmacklos. Die jungen Maler trafen einen Nerv, weil sie die akademische Hierarchie offen infrage stellten. Rossetti zeigte sein erstes Ölgemälde, „Die Jugendzeit der Jungfrau Maria„, 1849 öffentlich. Das Bild fiel durch seine leuchtende Farbigkeit und symbolische Dichte auf, wirkte aber zugleich bewusst einfach, fast wie eine Andachtsszene aus dem Mittelalter. Die gemischte Aufnahme durch das Publikum und die teils scharfe Ablehnung durch Kritiker trafen Rossetti hart. Er zog sich von öffentlichen Ausstellungen zurück, eine Entscheidung, die sein weiteres Leben als Künstler prägen sollte.
Literarische Quellen als Grundlage der Bilderfindung
Rossettis Bildwelten speisten sich weniger aus der sichtbaren Natur als aus der Literatur. Dante Alighieris „Vita Nuova“ und die „Divina Commedia“ lieferten ihm nicht nur den eigenen Vornamen (seine Eltern benannten ihn bewusst nach dem florentinischen Dichter), sondern ein ganzes Reservoir an Motiven. Die Figur der Beatrice, Dantes idealisierte Geliebte, wurde zum wiederkehrenden Thema seiner Malerei. Daneben prägten die Gedichte von John Keats, die Artussage und Texte aus dem Mittelalter sein Werk. Für Rossetti war ein Gemälde nie einfach ein Bild. Es war die visuelle Übersetzung eines poetischen Gedankens, ein sogenanntes Doppelwerk, bei dem Gedicht und Gemälde zusammen eine Einheit bildeten.
Aquarelle, Gedichte und die Wendung zum Privaten
In den 1850er-Jahren wandte sich Rossetti von der Ölmalerei ab und konzentrierte sich auf Aquarelle und Gouachen (also deckende Wasserfarben). Diese kleineren Formate mit mittelalterlichen Themen, von Rittern, Damen und Szenen aus der Artussage, fanden über private Kanäle ihre Abnehmer. Geld war ein ständiges Thema. Rossetti verkaufte direkt an Sammler, unterstützt durch die Fürsprache des einflussreichen Kritikers John Ruskin, der die Präraffaeliten öffentlich verteidigte. Gleichzeitig entstanden Gedichte, die Rossetti später gesammelt veröffentlichte. Malerei und Dichtung entwickelten sich nicht getrennt, sondern als zwei Perspektiven desselben inneren Erlebens.
Elizabeth Siddal, Liebe und Verlust
Das persönliche Leben durchdrang Rossettis Werk so vollständig, dass beides kaum zu trennen ist. Elizabeth Siddal, die er um 1850 kennenlernte, wurde Modell, Schülerin, Muse und schließlich Ehefrau. Sie selbst war eine begabte Malerin und Dichterin, doch Rossetti förderte und kontrollierte ihre Karriere in einer Weise, die ambivalent blieb. Die Beziehung zwischen Elizabeth Siddal und Dante Gabriel Rossetti war intensiv, aber auch belastet durch Siddals chronische Krankheit und Rossettis Affären.
Beata Beatrix und die Bedeutung des Verlusts
Als Siddal 1862 an einer Überdosis Laudanum (einer opiumhaltigen Tinktur) starb, stürzte Rossetti in tiefe Trauer. In einem Akt, der viel über seinen Charakter verrät, legte er das einzige Manuskript seiner Gedichte in ihren Sarg. Die Bedeutung von Beata Beatrix, seinem bekanntesten Gemälde, erschließt sich erst vor diesem Hintergrund.
Das Bild zeigt Siddal in der Gestalt von Dantes Beatrice im Moment des Sterbens. Die Figur sitzt mit geschlossenen Augen, das Gesicht nach oben gewandt, während eine rote Taube, ein Todesbote, eine Mohnblume in ihren Schoß legt. Rossetti arbeitete etwa sieben Jahre an dem Werk. Es ist ein Bild, das zugleich trauert und verklärt, persönliches Leid und literarische Tradition verschmilzt.
Jane Morris als Muse und der Wandel zum Ästhetizismus
Nach Siddals Tod trat Jane Morris, die Ehefrau von William Morris, in den Mittelpunkt von Rossettis Bildwelt. Jane Morris wurde zur Muse, zum unerreichbaren Ideal und vermutlich auch zur Geliebten. Ihr markantes Gesicht mit den schweren Augenlidern und dem dunklen, wallenden Haar prägte Rossettis Spätwerk so vollständig, dass ihre Züge fast zu einem eigenen Bildtypus wurden.
Vom Realismus zur sinnlichen Idealisierung
In diesen Jahren vollzog sich ein grundlegender Stilwandel. Der detailreiche, an der Natur geschulte Realismus der frühen PRB-Phase wich einer immer stärker idealisierten, dekorativen Malweise. Die Hintergründe wurden flacher, die Figuren rückten dichter an den Betrachter, die Farben gewannen an Sinnlichkeit. Gemälde wie „Monna Vanna“ oder „Proserpine“ zeigen Frauen in üppiger Kleidung, umgeben von symbolischen Attributen, aber losgelöst von jeder erzählerischen Szene. Diese Bilder erzählen keine Geschichte im herkömmlichen Sinn. Sie beschwören eine Stimmung. Der Übergang vom Präraffaelismus zum Ästhetizismus (also der Kunstrichtung, die Schönheit als Selbstzweck verstand) wurde hier greifbar. Rossettis Frauenbilder, oft als Femme fatale gedeutet, beeinflussten die Bildsprache des europäischen Symbolismus.
Spätwerk zwischen Rückzug und Verfall
Die letzten Lebensjahre waren von zunehmendem Rückzug geprägt. Rossetti lebte zurückgezogen in seinem Haus am Cheyne Walk in London, wo er einen Privatzoo mit Wombats und anderen exotischen Tieren unterhielt, ein Kuriosum, das seine Zeitgenossen gleichermaßen amüsierte und befremdete. Die Abhängigkeit von Chloralhydrat, einem Schlafmittel, verschlechterte seinen Gesundheitszustand rapide.
Der Witwer hatte nach Siddals Tod die vergrabenen Gedichte exhumieren lassen, um sie 1870 doch noch zu veröffentlichen. Die darauf folgende Kritik, besonders Robert Buchanans Angriff unter dem Titel „The Fleshly School of Poetry“, traf ihn schwer und verstärkte seine Paranoia.
Morris, Marshall, Faulkner & Co. und das Arts and Crafts Movement
Parallel zur Malerei spielte Rossetti eine wichtige Rolle bei der Gründung der Firma Morris, Marshall, Faulkner & Co. im Jahr 1861. Gemeinsam mit William Morris, Edward Burne-Jones und anderen entwarf er Buntglasfenster und dekorative Arbeiten. Die Idee, Kunst und Handwerk zu verbinden und den Alltag ästhetisch zu durchdringen, wurde zum Grundgedanken des Arts and Crafts Movement. Rossettis Beiträge blieben allerdings episodisch. Er war eher Impulsgeber als systematischer Mitarbeiter, sein Temperament vertrug sich schlecht mit regelmäßiger Auftragsarbeit. Dennoch trug seine Vision einer Kunst, die alle Lebensbereiche durchdringt, zur Formierung dieser einflussreichen Bewegung bei.
Stilmerkmale von Dante Gabriel Rossetti
Rossettis Stil lässt sich nicht auf eine einzige Formel bringen, denn er veränderte sich erheblich im Lauf seiner Karriere. Bestimmte Grundzüge blieben jedoch erkennbar.
Die auffälligste Eigenschaft war die enge Verbindung von Malerei und Dichtung. Rossetti konzipierte viele seiner Bilder als visuelle Entsprechungen zu Gedichten, wobei Text und Bild sich gegenseitig kommentierten und ergänzten. Diese sogenannten Doppelwerke waren keine Illustrationen im üblichen Sinn, sondern zwei gleichwertige Ausdrucksformen eines Gedankens.
Hinzu kam die Konzentration auf weibliche Figuren, die er mit symbolischen Attributen wie Blumen, Spiegeln oder Früchten ausstattete. Die Frauen in seinen Bildern sind keine Porträts im engeren Sinn, sie verkörpern Ideen, Stimmungen oder literarische Gestalten. Die Hintergründe blieben oft bewusst reduziert oder flächig, um die emotionale Präsenz der Figur zu verstärken.
Die kräftige, oft fast leuchtende Farbgebung erinnerte in ihrem Schmelz an mittelalterliche Buchmalerei, besonders in den Aquarellen der 1850er-Jahre. Im Spätwerk traten satte, dunkle Rottöne und Grüntöne hervor, die den sinnlichen Charakter der Bilder unterstrichen.
Techniken und Materialien
Rossettis Maltechnik war ebenso eigenwillig wie sein künstlerischer Ansatz insgesamt und verriet oft mehr Instinkt als akademische Schulung.
In der Frühphase arbeitete er mit Öl auf Leinwand und übernahm dabei eine besondere Methode der Präraffaeliten. Die Farbe wurde auf eine feuchte, weiße Grundierung aufgetragen, ein Verfahren, das die Leuchtkraft der Pigmente erhöhte und den Bildern eine emailleartige, fast transparente Qualität verlieh, ähnlich wie bei einem hinterleuchteten Kirchenfenster.
In den 1850er-Jahren wechselte Rossetti überwiegend zu Aquarell und Gouache auf Papier. Diese Technik erlaubte schnelleres Arbeiten und kam seinem spontanen Temperament entgegen. Bemerkenswert ist, dass Rossetti die Grenzen zwischen den Medien oft verwischte. Auch in seinen späteren Ölgemälden behielt der Farbauftrag stellenweise die Leichtigkeit und Transparenz von Wasserfarbe. Er grundierte Leinwände manchmal ungewöhnlich dünn und trug die Farbe in lasierenden Schichten auf, was seinen Bildern eine besondere Tiefe und Intensität gab, die sich von der deckenden Malweise vieler Zeitgenossen unterschied.
Rossettis Einfluss und Vermächtnis
Rossettis Wirkung entfaltete sich weniger über öffentliche Ausstellungen als über persönliche Beziehungen und ein Netzwerk von Freunden, Schülern und Bewunderern. Er war ein charismatischer, wenn auch schwieriger Mensch, dessen Überzeugungskraft andere Künstler anzog und mitunter vereinnahmte.
Präraffaelitische Bruderschaft, ihre Mitglieder und ihr Weiterwirken
Die Präraffaelitische Bruderschaft als formale Gruppe bestand nur wenige Jahre, doch ihre Ideen wirkten weit über die Auflösung hinaus. Rossetti war dabei weniger der disziplinierte Organisator als der visionäre Unruhestifter. Während Hunt und Millais eigene Wege gingen, sammelte Rossetti in den 1850er-Jahren eine zweite Generation um sich.
Edward Burne-Jones und William Morris, damals junge Studenten in Oxford, gerieten unter seinen Einfluss und trugen die präraffaelitischen Ideen in neue Richtungen. Burne-Jones entwickelte aus Rossettis dekorativer Bildsprache seine eigenen traumhaften, mythologischen Szenen. Morris übersetzte den ästhetischen Anspruch in Alltagsgegenstände, Tapeten, Textilien, Möbel. Rossettis Überzeugung, dass Kunst nicht an Gattungsgrenzen haltmachen dürfe, wurde so zum Fundament des Arts and Crafts Movement.
Dante Gabriel Rossettis Gedichte und ihre Rezeption
Als Dichter stand Rossetti in der Tradition der englischen Romantik, besonders von John Keats, und verband sie mit seiner Begeisterung für Dante Alighieris Werk. Seine Übersetzungen früher italienischer Lyrik, gesammelt in „The Early Italian Poets“ (1861), machten diese Texte einem englischen Publikum zugänglich.
Die eigenen Gedichte, vor allem der Sonettenzyklus „The House of Life„, verschränkten erotische Sehnsucht mit spiritueller Suche. Die Veröffentlichung von 1870 brachte zunächst Anerkennung, dann aber den vernichtenden Angriff Buchanans, der Rossetti Sinnlichkeit als Obszönität auslegte. Für Rossetti, der Kritik schwer ertrug, wurde dieser Angriff zum persönlichen Trauma.
Dante Gabriel Rossettis Platz in der Kunstgeschichte
Rossettis Einfluss auf die spätere Kunstgeschichte zeigt sich am deutlichsten in zwei Strömungen. Seine idealisierten, symbolisch aufgeladenen Frauenbilder lieferten dem europäischen Symbolismus der 1880er- und 1890er-Jahre wesentliche Impulse. Maler wie Fernand Khnopff in Belgien oder Gustav Klimt in Wien griffen Rossettis Verbindung von Sinnlichkeit, Dekor und symbolischer Bedeutung auf und entwickelten sie weiter.
Die Idee des Doppelwerks, der Gleichwertigkeit von Bild und Text, wirkte zudem auf die Buchkunst des Jugendstils und auf spätere multimediale Kunstkonzepte. Rossettis Überzeugung, dass ein Gemälde nicht die Wirklichkeit abbilden, sondern eine innere Vision sichtbar machen soll, nahm Grundgedanken der Moderne vorweg. Dante Gabriel Rossetti starb am 9. April 1882 im Küstenort Birchington-on-Sea in Kent im Alter von 53 Jahren.
QUICK FACTS
- 1828: Geburt in London als Sohn des italienischen Exilanten Gabriele Rossetti und Frances Polidori; Aufwachsen in einem intellektuellen, mehrsprachigen Elternhaus
- 1841–1847: Zeichenunterricht an der Cary’s Academy und der Antique School der Royal Academy; Abbruch wegen Unzufriedenheit mit akademischen Lehrmethoden
- 1848–1850: Kurzer Unterricht bei Ford Madox Brown; Gründung der Präraffaelitischen Bruderschaft mit Holman Hunt und Millais; erstes Ölgemälde „Die Jugendzeit der Jungfrau Maria“ öffentlich ausgestellt; heftige Kritik nach Bekanntwerden des Kürzels PRB
- 1850–1859: Rückzug von öffentlichen Ausstellungen; Hinwendung zu Aquarellen und Gouachen mit mittelalterlichen Motiven; Unterstützung durch den Kritiker John Ruskin; Beziehung zu Elizabeth Siddal
- 1860–1862: Heirat mit Elizabeth Siddal; ihr Tod durch eine Überdosis Laudanum; Rossetti legt sein Gedichtmanuskript in ihren Sarg; Mitgründung der Firma Morris, Marshall, Faulkner & Co.
- 1863–1870: Stilwandel zu sinnlichen, idealisierten Frauenbildern; Jane Morris wird zentrale Muse; Exhumierung und Veröffentlichung der Gedichte 1870
- 1871–1878: Gemeinsamer Aufenthalt mit William und Jane Morris in Kelmscott Manor; zunehmende Abhängigkeit von Chloralhydrat; Robert Buchanans Angriff „The Fleshly School of Poetry“ verstärkt Rossettis Paranoia und Rückzug, was zu einem zeitweiligen Aufenthalt in Bognor führt
- 1879–1882: Gesundheitlicher Verfall; letzte Arbeiten in Birchington-on-Sea; Tod am 9. April 1882 im Alter von 53 Jahren
Erwähnte Künstler
Lust auf mehr? Hier findest du die im Text verlinkten Vorbilder, Zeitgenossen und Nachfolger mit eigenen Kurzbiografien.
- Sandro Botticelli – Frührenaissance-Vorbild der Präraffaeliten
- Fernand Khnopff – Belgischer Symbolist, beeinflusst von Rossettis Bildsprache
- Gustav Klimt – Wiener Maler, beeinflusst von Rossettis Verbindung aus Dekor und Symbolik